Sie sind hier: kapitalmarktrecht.de » Fälle » MPC Britische Leben plus II

21. März 2019

DAV
Mitglied im Anwaltverein

Arbeitsgemeinschafts Bank- und Kapitalmarktrecht
AG Bank- und Kapitalmarktrecht

MPC Britische Leben plus II: Britischer Lebensversicherungsfonds in der Krise

17.7.2012 - Falsche Erwartungen der Fondsgesellschaft und ein hoher Fremdkapitaleinsatz führen dazu, dass für die Anleger der Erhalt des eingesetzten Kapitals unsicher ist. Doch betroffene Anleger sind nicht rechtlos gestellt.

Hoher Einsatz an Fremdkapital

Der britische Lebensversicherungsfonds MPC Britische Leben plus II gerät zunehmend in die Krise. Die Ursachen dafür liegen nicht nur in der Finanz- und Wirtschaftskrise, sondern auch in zu optimistischen Prognosen der Fondsgesellschaft und einem hohen Einsatz an Fremdkapital. Dieses betrug zum 31.12.2010 € 73.787.000,00 und stellt somit 57,8 % des Gesamtinvestitionsvolumens dar.

Anlegern droht Totalverlust der Einlagen

Nach dem Fondsprospekt sollte das Projekt von Erfolg gekrönt sein, allerdings sind bisher noch keine Ausschüttungen geflossen und die Anzahl der Policen im Portfolio blieb hinter den prospektierten Werten zurück. Die Fondsbeteiligungen werden mittlerweile nur noch zu sehr niedrigen Werten am Zweitmarkt gehandelt. Nach Mitteilung der TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH ist der Kapitalerhalt nicht sichergestellt.

Schadensersatzansprüche bei fehlerhafter Beratung

Die betroffenen Anleger sind aber nicht rechtlos. Nach Einschätzung der auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Anlegerschutzkanzlei Dr. Steinhübel Rechtsanwälte haben Anleger gute Chancen, Schadensersatzansprüche gegen die beratende Bank bzw. das Beratungsunternehmen, das ihnen die Fondsbeteiligung vermittelt hat, durchzusetzen. Banken und Anlageberater, die bei der Vermittlung der Fondsbeteiligungen gegen die Pflicht zur vollständigen und richtigen Aufklärung verstoßen, schulden den Ersatz des entstandenen Schadens. Der geschädigte Anleger kann so seine Fondsbeteiligung rückabwickeln.

Beratungspflichten der Banken und Anlageberater

Zu den Beratungspflichten gehört nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) neben den Hinweisen auf einschlägige Risiken (Kapitalverlustrisiko, einschränkte Veräußerbarkeit, keine garantierte Mindestverzinsung, hoher Aktienanteil im Portfolio der Lebensversicherungen u.a.) insbesondere die Aufklärung über die Rückvergütungen (sog. Kick-Back-Zahlungen), welche die Bank bzw. der Berater für die Vermittlung der Beteiligung an dem Lebensversicherungsfonds erhalten hat.

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Dr. Steinhübel