Sie sind hier: kapitalmarktrecht.de » Fälle » HT-Flottenfonds III

21. März 2019

DAV
Mitglied im Anwaltverein

Arbeitsgemeinschafts Bank- und Kapitalmarktrecht
AG Bank- und Kapitalmarktrecht

HT-Flottenfonds III: Schon wieder sollen die Anleger zahlen

13.09.2013 – Schwierige Entscheidungen stehen an. Das Fondsmanagement informierte am 02.09.2013 die Gesellschafter des HT-Flottenfonds III über die anstehende Gesellschafterversammlung am 27.09.2013.

Die Lage des HT-Flottenfonds III ist ernst

„Mit freundlichen Gruß“ endet ein Schreiben des HT-Flottenfonds III vom 02.09.2013, das den Gesellschaftern wenig Hoffnung lässt. Dem Fonds geht es schlecht, sehr schlecht. Die drei Schiffe des Fonds, die HS „BEETHOVEN“, „MERKUR BAY“ sowie das HS „TOSCA“ sind offenbar nicht in der Lage, die erforderlichen Charterraten zu erwirtschaften. Daher wird nun eine Gesellschafterversammlung am 27.09.2013 einberufen, bei der die Anleger entscheiden müssen, ob zwei der genannten Schiffe verkauft oder 6,2 % der Ausschüttungen zurückgezahlt werden sollen. Bereits 2012 wurden Anleger zur Rückzahlung von 8% ihrer Ausschüttungen aufgefordert. Wie erfolgreich dieses sog. „Betriebsfortführungskonzept“ war, sieht jeder Anleger an der aktuellen Entwicklung.

Der dritte Weg

Das Management des HT-Flottenfonds III suggeriert, dass den Gesellschaftern nur die zwei oben genannten Entscheidungsalternativen (Verkauf oder Ausschüttungsrückzahlung) in dieser ernsten und schwierigen Situation offenstehen. Tatsächlich existiert noch eine dritte Vorgehensweise. Hat das damals beratende Unternehmen seine Aufklärungspflichten bei der Beratung und Vermittlung der Fondsanteile verletzt, kann der Anleger Schadensersatz verlangen. Der Schadensersatz ist hierbei auf eine vollständige Rückabwicklung der Beteiligung gerichtet. Das Rad der Zeit wird quasi zurückgedreht.

Voraussetzungen für einen Schadensersatzanspruch

Das beratende Unternehmen muss vor der Vermittlung einer Kapitalanlage überprüfen, ob sich diese für den Anleger eignet. Zudem muss über die spezifischen Risiken einer Anlage aufgeklärt werden, welche insbesondere bei geschlossenen Schiffsfondsbeteiligungen beachtlich sind. Kreditinstitute müssen darüber hinaus dem Anleger offenlegen, in welcher Höhe Provisionen („Kick-Back“-Zahlungen) vereinnahmt werden. Verletzt die Bank nur diese Aufklärungspflicht haftet sie. Die Entscheidung, ob ein anwaltliches Vorgehen sinnvoll ist, setzt selbstverständlich eine individuelle Prüfung des Einzelfalls voraus.

Die nächsten Schritte

Die auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Anlegerschutzkanzlei Dr. Steinhübel Rechtsanwälte empfiehlt jedem Anleger des HT-Flottenfonds III eine professionelle Überprüfung seiner Unterlagen, insbesondere mit Blick auf die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen. Bereits in der Vergangenheit konnten vielfach geschädigte Anleger von geschlossenen Schiffsfonds erfolgreich vertreten werden.

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Dr. Steinhübel