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18. August 2017

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V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG - Hohe Weichkosten, hohes Risiko und desaströse Ergebnisse

03.02.2017 – Seit vergangenem Jahr steht fest: Die V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG erweist sich als enormer Verlustbringer für die beteiligten Anleger. Zuletzt war der Fonds durch hohe Wertberichtigungen bis hin zur vollständigen Ausbuchung einzelner Beteiligungen gezeichnet. Die betroffenen Anleger sollten dieser verlustträchtigen Entwicklung nicht länger tatenlos zusehen. Ein Leitfaden für den Ausstieg.

Jahresabschlüsse 2014 und 2015 offenbaren desaströse Entwicklung

Es ist viel berichtet worden über die Bilanz der V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG für das Jahres 2014. Seit dem Wechsel der Kapitalverwaltungsgesellschaft und der Vorlage des Jahresabschlusses 2014 steht fest, dass etliche der von der V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG in der Vergangenheit erworbenen Beteiligungen im Wert nach unten berichtigt bzw. vollständig ausgebucht werden mussten. Was das für die Entwicklung der Gesellschaftsanteile an der V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG bedeutet, ist ebenfalls klar: Einem Gesellschaftsanteil im Wert von nominal € 100,00 stand per 31.12.2014 ein Nettoinventarwert(NAV) von gerade einmal € 9,54 gegenüber, ein vernichtendes Ergebnis. Dieser Nettoinventarwert dürfte sich per 31.12.2015 nicht eben verbessert haben, zumal die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2015 einen Jahresfehlbetrag von rund € 2 Mio. ausweist und nicht etwa einen Gewinn. Schuld daran ist nicht zuletzt auch die enorm hohe Belastung der V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG durch die laufenden Kosten des Geschäftsbetriebs von weit mehr als € 2 Mio. pro Jahr. Es muss bezweifelt werden, dass es der V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG irgendwann einmal gelingt, die eingetretenen Verluste wieder auszugleichen. Sicher ist nur, dass die Verluste am Ende allein von den Anlegern getragen werden und nicht von den Initiatoren des Fonds.

Die unterschiedlichen Möglichkeiten zum Schadenersatz

Für die betroffenen Anleger bieten sich verschiedene Möglichkeiten zur Schadensbegrenzung bzw. zur Schadenskompensation. Für diejenigen Anleger, die nach wie vor monatliche Einzahlungen in den Fonds leisten, dürfte es darum gehen, die Verpflichtung zur Zahlung weiterer Einlagen möglichst schnell zu beenden. Hierfür bietet sich vor allem ein Widerruf der Beitrittserklärung an. Der Widerruf setzt neben der fehlerhaften Widerrufsbelehrung voraus, dass die Beteiligung in einer sog. Haustürsituation erworben wurde. Erfährt der Anleger erstmals im vereinbarten Gesprächstermin, dass ihm der Berater eine bestimmte Kapitalanlage vermitteln möchte, liegt stets eine Haustürsituation vor, wenn der Anleger die Beitrittserklärung noch in diesem ersten Gesprächstermin unterzeichnet. Eine Haustürsituation kann aber in Einzelfällen auch noch bis in einen Folgetermin fortwirken. Mit dem wirksam erklärten Widerruf endet die Verpflichtung zur Zahlung der monatlichen Einlageraten. Die Gesellschaft ist verpflichtet, auf den Tag des Zugangs der Widerrufserklärung eine Abrechnung über die widerrufene Beteiligung zu erstellen und ein eventuell vorhandenes Guthaben an den Anleger auszuzahlen. Angesichts der desaströsen Entwicklung der V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG können die Anleger nicht mit nennenswerten Rückzahlungen der Fondsgesellschaft rechnen.

Eine Rückzahlung der Einlage lässt sich demgegenüber mit der Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen erreichen. Anlageberater und Vermittler sind verpflichtet, die Anlageinteressenten vor Unterzeichnung des Beitrittsantrags umfassend über alle Risiken und sonstigen beteiligungswesentlichen Aspekte aufzuklären. In Bezug auf die Beteiligung an der V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG bedeutet dies eine Aufklärung mindestens über
- den Umstand, dass die Anleger dem Fonds sog. Wagniskapital zur Verfügung stellen,
- das Risiko von Verlusten bis hin zum Totalverlust der Einlage,
- das Risiko des Wiederauflebens der Einlagenhaftung bei gewinnunabhängigen Entnahmen,
- den Umstand, dass mehr als 23 % des Anlegerkapitals für Kosten und Provisionen verwendet werden,
- die lange Laufzeit des Fonds bis zum Jahr 2035 ohne Möglichkeit der vorzeitigen Kündigung und
- das Fehlen eines institutionalisierten Zweitmarktes und damit die erschwerte Veräußerbarkeit der Beteiligungen.
Nicht selten erbrachten die Anleger ihre Einlagen aus Sparverträgen wie Lebens- und Rentenversicherungen, die auf Empfehlung der Berater und Vermittler mit dem Argument der mangelnden Rentabilität vorzeitig aufgelöst wurden, um das Kapital in die V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG zu investieren. In diesen Fällen hätte aus Sicht der Kanzlei Dr. Steinhübel Rechtsanwälte zumindest auch geklärt werden müssen, dass sich die Beteiligung an der V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG wegen der hohen Risiken jedenfalls nicht für eine sichere Altersvorsorge eignet.
Die fehlerhafte Anlageberatung führt zu einem vollumfänglichen Schadenersatzanspruch des Anlegers. Der Anleger hat einen Anspruch auf Erstattung sämtlicher Einlagen sowie auf Freistellung von sämtlichen Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Fondsbeteiligung. Neben den Beratern und Vermittlern haften auch die Gründungsgesellschafter der V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG auf Ersatz dieses Schadens.

Beratung durch versierte Rechtsanwälte wird empfohlen

Welcher Weg im Einzelfall sinnvoll ist, sollten die betroffenen Anleger mit einem versierten Rechtsanwalt klären. Die auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Kanzlei Dr. Steinhübel Rechtsanwälte hat in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich Schadenersatzansprüche gegen Gründungsgesellschafter, Initiatoren sowie Berater und Vermittler von Kapitalanlagen durchgesetzt, mit denen Anleger ihre Ersparnisse verloren haben. Betroffene Anleger der V+ GmbH & Co. Fonds 2 KG können sich telefonisch oder per Mail uns wenden.

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Berkemeier, Rechtsanwalt Schönfleisch