Sie sind hier: kapitalmarktrecht.de » Fälle » Beluga Shipping Reederei

19. Mai 2012

DAV
Mitglied im Anwaltverein

Arbeitsgemeinschafts Bank- und Kapitalmarktrecht
AG Bank- und Kapitalmarktrecht

Beluga Shipping: Die Krise erreicht einen ersten Höhepunkt

16.03.2011 – Die wirtschaftliche Lage bei der Beluga Shipping Reederei spitzt sich zu. Erste Emissionshäuser reagieren auf die Krise und ziehen ihre Schiffe ab. Verluste werden immer wahrscheinlicher.

Die Lage bei der Beluga Shipping Reederei wird ernst

Gestern teilte das Emissionshaus HCI Capital mit, dass es sämtliche Charterverträge mit der Beluga Shipping Reederei fristlos gekündigt habe. Das Emissionshaus hatte 20 Schiffe finanziert und an die Beluga Shipping Reederei verchartert. Diese Schiffe sollen nun in Kürze abgezogen werden. Die Beluga Shipping Reederei hatte selbst 72 Schiffe im Einsatz. Der Abzug durch das Emissionshaus HCI Capital würde demnach einen Verlust der Beluga-Flotte um mindestens 25% bedeuten. Auch andere Eigner haben den Abzug ihrer Schiffe angekündigt, weshalb die Flotte der Beluga Shipping Reederei weiter schrumpfen dürfte.

Ein kurzer Rückblick

Hintergrund für den Abzug der Schiffe sind die Forderungen des Großinvestors Oaktree. Nachdem dieser die Geschäfte der Beluga Shipping Reederei übernommen hatte, forderte er von den finanzierenden Banken und Schifffonds die Herabsetzung oder Stundung der Rückzahlungs- und Charterraten. Andernfalls drohe der Beluga Shipping Reederei die Insolvenz.

Mittlerweile soll Oaktree die Schifffonds sogar zu einem Forderungsverzicht aufgerufen haben.

Verluste der Anleger werden immer wahrscheinlicher

In der Branche wird vermutet, dass der Beluga Shipping Reederei nur ein kleiner Teil der Flotte gehört. Durch den Abzug vieler Schiffe dürfte das Frachtgeschäft der Beluga Shipping Reederei daher zunehmend auf der Kippe stehen. Entsprechend ist auch davon auszugehen, dass die Charterraten nicht mehr gezahlt werden können, weshalb den Schifffonds erhebliche Verluste drohen. Ob die betroffenen Schiffsfonds in der Kürze der Zeit eine andere Reederei finden werden, bleibt abzuwarten. Selbst wenn dies der Fall sein sollte, so stellt sich dennoch die Frage, ob die Schifffonds mit dieser Reederei besser "fahren" werden. Die Weltwirtschafts- und Finanzkrise dürfte bei vielen Reedereien deutliche Spuren hinterlassen haben.

Betroffene Anleger sollten nicht länger abwarten

Fest steht, dass Schifffonds mit erheblichen Risiken behaftet sind. Anleger vieler Schifffonds sollten sich daher die Frage stellen, ob ihr investiertes Geld in diesem Bereich gut aufgehoben ist. Gerade jetzt sollten Anleger nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen. Die letzten Ereignisse bei der Beluga Shipping Reederei sprechen eine klare Sprache. Die auf dem Gebiet des Kapitalanlagerechts spezialisierte Anlegerschutzkanzlei Dr. Steinhübel Rechtsanwälte rät betroffenen Anlegern daher an, mögliche Schadensersatzansprüche gegen Vermittler und Initiatoren überprüfen zu lassen. Oft wurden Anleger über die relevanten Risiken einer Schifffondsbeteiligung nicht oder nicht ausreichend aufgeklärt.

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Dr. Steinhübel 

Beluga Shipping: Die Krise spitzt sich zu!

09.03.2011 – Bei der Beluga Shipping Reederei hat der Großinvestor Oaktree die Geschäfte übernommen und Nils Stohlberg als Chef beurlaubt. Da sich mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft Bremen für den Fall interessiert, befürchten viele Schiffsfondsanleger den Verlust ihres Kapitals.

Schiffsfonds

Schiffsfonds galten lange Zeit als attraktive Geldanlage, da sie sehr rentable Steuervorteile brachten. In den letzten Jahren drohte zahlreichen Schiffsfonds aber im Sog der weltweiten Finanzmarktkrise die Havarie.

Die Krise der Beluga Shipping Reederei

Auch bei der Beluga Shipping Reederei in Bremen ist seit der Weltwirtschaft- und Finanzkrise die wirtschaftliche Situation deutlich angespannt. Der an der Reederei in Höhe von 49,5 % beteiligte Großinvestor Oaktree hat deshalb jetzt nach einem Bericht der Financial Times Deutschland bei einem Treffen in Hamburg gefordert, dass Kreditgeber und Schiffsfonds ihre Forderungen reduzieren sollte. Andernfalls drohe der Reederei die Insolvenz.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bremen

Untersuchungen haben außerdem Unregelmäßigkeiten bei den Umsatzzahlen und den Angaben zur Liquidität ergeben. Daraufhin wurde die Staatsanwaltschaft Bremen benachrichtigt, welche nun ein Ermittlungsverfahren gegen Nils Stohlberg, den Chef der Reederei, betreibt. Der Verdacht lautet u.a. auf Untreue und Betrug.

Oaktree übernimmt die Geschäfte

Zeitgleich mit der Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bremen übernahm der US-Hedge-Fonds Oaktree selbst die Geschäfte der Beluga Shipping Reederei. Mehr als 30 Schiffsfonds von mindestens 5 Emissionshäusern (HCI Capital, Oltmann Gruppe, OwnerShip, Elbe Emissionshaus und Nordkontor) haben ihre Schiffe an die Beluga Shipping Reederei verchartert. Diesen Fonds drohen nun beträchtliche Verluste, vor allem im Falle der Insolvenz der Beluga Shipping Reederei. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch die Emissionshäuser ihre Schiffsfonds zumindest zum Teil fremdfinanziert haben, besteht außerdem die Gefahr eines Dominoeffekts.

Anleger sollten rasch handeln

Die aktuellen Nachrichten sind alles andere als erfreulich. Viele Schiffsfondsanleger befürchten jetzt sogar den Totalverlust ihres Kapitals. Die im Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Anlegerkanzlei Dr. Steinhübel Rechtsanwälte rät betroffenen Anlegern, die Ereignisse der letzten Woche nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. In vielen Fällen wurden die Anleger nicht vollständig und richtig über die Risiken ihrer Kapitalanlage aufgeklärt, weshalb ihnen jetzt Schadensersatzansprüche zustehen. Diese sollten sobald wie möglich von einer im Bank- und Kapitalmarktrecht erfahrenen Kanzlei überprüft werden, um weiteren Schaden abzuwenden.

Ansprechpartner: Rechtsanwalt Dr. Steinhübel